Einige Worte zu Preußen

14. 09. 27

Preußen ist eine Erfolgsgeschichte, die Neider weckte. Neider, die entgegen aller Grundsätze des Völkerrechtes letztlich den Preußischen Staat als aufgelöst erklärten und denen es auch heute noch gelingt, Preußen international zu verunglimpfen. Dem stellen wir uns entgegen und möchten hier einige historische Fakten aufzeigen.


 
Seine  Ursprünge hat  Preußen im  späteren Ostpreußen. Da viele nicht mehr genau wissen, wo Ostpreußen überhaupt liegt, hilft bei der Orientierung diese Karte: 

 
Ostpreußen, das ist die Jahrhunderte alte Geschichte eines gelungenen Zusammenwachsens unterschiedlicher Völkerschaften unter der Leitung des Deutschen Ordens.
 
Gerufen von den Polen, die mit der prussischen Urbevölkerung eine kriegerische Auseinandersetzung angefangen hatten und dann (wie so oft in der Geschichte) selbst mit dem Rücken zur Wand standen, eroberte und kolonisierte der Deutsche Orden das Prussenland. Dabei ging es leider nicht friedlich zu. Aber nach und nach gelang es durch die Integration des prussischen Adels und unter der einigenden Wirkung des den Prussen aufgezwungenen christlichen Glaubens die Unter- schiede zwischen der prussischen und der zugezogenen Bevölkerung zu überwinden. Dies erachte ich als eine geschichtlich einmalige Leistung. Ist es hier doch gelungen, Prussen, Deutsche, Schotten, Franzosen, Salzburger, Litauer und Polen zu einer Einheit zu verschmelzen. Dies ist ein Einigungs- werk, das so z.B. in den USA nicht gelungen ist. Dort wurden die Ureinwohner fast ausgerottet.
 
In mühsamer Arbeit und mit unermesslichem Fleiß wurden in der Folgezeit in Ostpreußen die Moore entwässert, Ackerflächen geschaffen und so der Grundstein gelegt für ein Agrarland, das einmal eine Kornkammer Deutschlands war.
 
Seit 1415 regierten die Hohenzollern in der 1157 gegründeten Mark Brandenburg. Die Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg beerbten 1618 die herzoglich-preußische Linie ihres Hauses, nachdem diese erloschen war.
 
Kurfürst Friedrich III. (1688–1713) hatte in seiner Amtszeit das zuvor- vergleichsweise unbedeutende Brandenburg- zum zweitmächtigsten Territorium im Reich (nach Österreich) gemacht. Damit war der Grundstein für das spätere Königreich gelegt.
 
Am 18. Januar 1701 krönte sich der Kurfürst eigenhändig in Königsberg zum König von Preußen. Am 31. Mai 1740 bestieg sein Enkel Friedrich II. – später auch Friedrich der Große genannt – den Thron.  
 
 
Preußischer Rechtsstaat  


Friedrich der  Große beauftragte im  Jahre  1780 den Grafen von Carmer und den Justizbeamten Carl Gottlieb Svarez mit der Abfassung eines allgemein gültigen Gesetzes, das 1794 als „Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten (ALR)“ in Kraft trat. Die Grund- und Menschenrechte des Grundgesetzes der „BRD“ finden sich bereits im ALR von 1794. Noch früher, und zum ersten Mal in Europa, wurden in Preußen die Hexenprozesse (1714) und die Folter (1740) abgeschafft. Den entscheidenden Anstoß lieferte der Hallesche Jurist und Aufklärer Christian Thomasius. Thomasius war der Erzieher einer berufstüchtigen und verantwortungsbewussten Juristengeneration, die als Hochschullehrer, Verwaltungsbeamte und Richter den Ruf Preußens als Rechtsstaat begründeten.
 
Den ersten internationalen Vertrag haben die USA 1785 mit Preußen abgeschlossen. Der Vertrag enthält Bestimmungen über internationales Recht, besonders über die Behandlung von Privateigentum bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Er erwähnt auch die Rücksichtnahme auf das Leben von Soldaten. Es sind Bestimmungen, die Friedrich der Große in den Vertrag hat einführen wollen.  Franklin,  der  amerikanische Gesandte, hat  sich  dem  angeschlossen. Der Vertrag ist ins allgemeine Völkerrecht eingegangen und entspricht noch heute den völkerrechtlichen Bestimmungen.
 
Die wirtschaftliche und politische Einigung Deutschlands zum zweiten Deutschen Reich (1871) forderte von den 26 Bundesstaaten und Städten die Einheit von Gesetzen und Verordnungen, von Währung, Maßen und Gewichten. 1877 wurde in Leipzig das Reichsgericht erbaut. Seit langem hatte man jetzt wieder ein gemeinsames deutsches Gericht. Gekrönt wurde diese Rechtseinheit mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), das im Jahre 1900 in Kraft trat. Es förderte die Rechtseinheit und die Rechtssicherheit, die für den wirtschaftlichen Aufbau unumgänglich war. Auch viele europäische und außereuropäische Länder haben das deutsche BGB als führendes Gesetz übernommen. Dazu gehören u.a. Japan, Brasilien und die Türkei.
 
 
Preußen als Bildungsnation
 
Am 28. September 1717 verfügte König Friedrich Wilhelm I., genannt der Soldatenkönig, die allgemeine Schul- und Unterrichtspflicht. Damit war Preußen einer der ersten europäischen Staaten mit dem Anspruch allgemeiner Volksbildung, weit  vor Frankreich (1880) und  England (1884). „Die  guten  Köpfe studieren, die übrigen lernen rechnen und schreiben und werden auf das Handwerk geschult.“ Nach dieser Maxime förderte der "Soldatenkönig", der treffender "Schulkönig" genannt werden müsste, auch die berühmten Franckeschen Stiftungen.  
Der pietistische Pfarrer August Hermann Francke gründete 1698 in Glaucha bei Halle ein Waisenhaus: Das Fundament seiner Stiftungen –  ein lebendiger Organismus aus Schulen, aus Bibliothek und Naturalienkabinett, Botanischem Garten, Druckerei, Verlagsbuchhandlung, aus Bibelanstalt, Krankenhaus und Apotheke, die Medikamente in die ganze Welt versandte. 3.000 Schüler (Knaben und Mädchen!) erfuhren in den Schulen Franckes ohne Standesgrenzen die beste Ausbildung und Erziehung ihrer Zeit. Franckes Schüler, auch die Mädchen, sollten auf das praktische Leben vorbereitet werden. Berufstauglichkeit war das Ziel.
 
Ein bahnbrechendes Lehrkonzept führte zu einer frühen Ingenieursausbildung für eine Generation, die befähigt für die industrielle Revolution befähigt war. Preußen-Deutschland wurde führend in Chemie, in der Optik und Feinmechanik, sowie in der Elektrotechnik.
 
 
Preußen als Industrienation
 
Die Industrialisierung Deutschlands setzte ein halbes Jahrhundert später als in Großbritannien ein. Durch den Zollverein 1834 und durch die Reichsgründung 1871 erreichte die deutsche Industrie endlich ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Im Maschinenbau hatte sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich vom britischen Know-how abgenabelt.
 
Als das englische Parlament 1887 den „Merchandise Marks Act“ verabschiedete, wonach alle eingeführten Güter eine Herkunftsbezeichnung tragen sollten, war das vor allem gegen den Wettbewerb deutscher Firmen gerichtet. Die Bezeichnung „Made in Germany“ für Minderwertiges wandelte sich jedoch in wenigen Jahren zu einem Qualitätsbegriff.
 
Die hohe Qualität deutscher Produkte war auf den hohen Stand der deutschen Facharbeiter, Handwerker und Ingenieure zurückzuführen. Die gegenseitige Wissensvermittlung zwischen Universitäten und Industrie in Deutschland wurde vorbildlich für die Welt und besonders für die USA.
 
Quelle:  Brandenburg-Preußen-Museum
 
 
Nach dem raschen deutschen Sieg im Deutsch-Französischen Krieg und der darauffolgenden nationalen Begeisterung in ganz Deutschland sahen sich nun auch die süddeutschen Fürsten gedrängt, dem Norddeutschen Bund beizutreten. Daraufhin wurde das Deutsche Reich in der kleindeutschen Version gegründet, die schon als Einigungsmodell von der Nationalversammlung 1848/49 vorgesehen war. Im Spiegelsaal von Versailles wurde Wilhelm I. am 18. Januar 1871 – am 170. Jahrestag der Königskrönung Friedrichs I. – zum Deutschen Kaiser proklamiert.
 
„Nachdem die deutschen Fürsten und freien Städte den einmütigen Ruf an Uns gerichtet haben, mit Herstellung des Deutschen Reichs die seit mehr denn sechzig Jahren ruhende deutsche Kaiserwürde zu erneuern und zu übernehmen, und nachdem in der Verfassung des Deutschen Bundes die entsprechenden Bestimmungen vorgesehen sind, bekunden Wir hiermit, daß Wir es als   eine   Pflicht   gegen   das   gemeinsame  Vaterland   betrachtet   haben,   diesem   Ruf   der verbündeten deutschen Fürsten  und  Städte  Folge  zu  leisten  und  die  deutsche Kaiserwürde anzunehmen.
 
Demgemäß werden Wir und Unsere Nachfolger an der Krone Preußens fortan den kaiserlichen Titel in allen Unseren Beziehungen und Angelegenheiten des Deutschen Reiches führen, und hoffen zu Gott, daß es der deutschen Nation gegeben sein werde, unter dem Wahrzeichen ihrer alten Herrlichkeit das Vaterland einer segensreichen Zukunft entgegenzuführen.       
Wir übernehmen die kaiserliche Würde in dem Bewußtsein der Pflicht, in deutscher Treue die Rechte des Reiches und seiner Glieder zu schützen, den Frieden zu wahren, die Unabhängigkeit Deutschlands, gestützt auf die geeinte Kraft seines Volkes, zu verteidigen. Wir nehmen sie an in der Hoffnung, dass dem deutschen Volke vergönnt sein wird, den Lohn seiner heißen und opfermutigen Kämpfe in dauerndem Frieden und innerhalb der Grenzen zu genießen, welche dem Vaterlande die seit Jahrhunderten entbehrte Sicherung gegen erneute Angriffe Frankreichs gewähren.
 
Uns aber und Unseren Nachfolgern an der Kaiserkrone wolle Gott verleihen, allezeit Mehrer des Deutschen Reiches zu sein, nicht an siegreichen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung.“
 
Auf Wilhelm I. folgte im März 1888 der bereits schwerkranke Friedrich III., der nach einer Regierungszeit von nur 99 Tagen verstarb. Im Juni des „Drei-Kaiser-Jahres“ bestieg Wilhelm II. den Thron. Er entließ 1890 Bismarck und bestimmte die Politik des Landes von da an weitgehend selbst. Bis zur Abdankung Kaiser Wilhelms II. im Zuge der Novemberrevolution von 1918 blieben preußische und Reichspolitik aufs engste miteinander verbunden. Die preußische Königskrone befindet sich heute auf der Burg Hohenzollern bei Hechingen.
 
Infolge der Niederlage im Ersten Weltkrieg und der deutschen Novemberrevolution dankte Wilhelm II. als Deutscher Kaiser und König von Preußen ab. Damit endete die Realunion Preußens mit dem Deutschen Reich, wie sie seit der Zeit Bismarcks bestanden hatte. Das Land wurde zum eigenständigen Freistaat innerhalb des Reichsverbands.
 
 
 
 
Nach Ende des 2. Weltkrieges lösten die Siegermächte den Staat Preußen völkerrechtswidrig auf:
 
„Der  Staat  Preußen, der  seit  jeher  Träger des  Militarismus und  der  Reaktion in  Deutschland gewesen ist, hat in Wirklichkeit zu bestehen aufgehört. Geleitet von dem Interesse an der Aufrechterhaltung des Friedens und der Sicherheit der Völker und erfüllt von dem Wunsche, die weitere Wiederherstellung des politischen Lebens in Deutschland auf demokratischer Grundlage zu sichern, erläßt der Kontrollrat das folgende Gesetz: Artikel 1 Der Staat Preußen, seine Zentralregierung und alle nachgeordneten Behörden werden hiermit aufgelöst.“
 
– Alliierter Kontrollrat am 25. Februar 1947  
Unter diesem Eindruck dichtete am 13. März 1947 Generaloberst
Eberhard von Mackensen in einem alliierten Gefängnis:
 
„Mögt Ihr den preußischen Staat auch zerschlagen, Preußen wird hoch aus den Trümmern ragen.
Ihr könnt uns Preußen nicht stehlen, denn Preußen lebt zu tief in den Seelen: Preußen ist weder Volksstamm noch Rasse, Preußen ist Haltung und niemals Masse, Preußen ist Pflicht und Immanuel Kant, Preußen ist Treue zu Volk und Land, Dienen der Sache bis in den Tod, und Griff zu den Waffen erst in der Not.“
 
 
 
Preußens Geisteshaltung und segensreiche Rolle für ganz Deutschland nahmen die Siegermächte damals zum Anlass, Preußen auszulöschen.
 
Diese völkerrechtswidrige Siegerwillkür hat vor dem Recht und der Geschichte keinen Bestand!
 
Mit der offiziellen Verkündung am 9. August 2013 wurde der Welt bekanntgegeben, dass mit dem 19. Oktober 2012 die Staatlichkeit des Freistaates Preußen nach internationalem Staaten- und Völkerrecht wieder hergestellt ist.
 
Staatsflagge-Preussen 
Flagge des Freistaats Preußen von 1919 – Heute
 
 
 
 
Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben?  
Die Fahne schwebt mir weiß und schwarz voran!  
Daß für die Freiheit meine Väter starben,
das deuten, merkt es, meine Farben an.
...
 
Preußenlied, Text: Bernhard Thiersch, 1830