Die Definition, was ein Staat überhaupt ist, wurde von führenden Rechtswissenschaftlern zu Beginn des 20ten Jahrhunderts entwickelt. Damals gab es neben eigentlichen Staaten noch Kolonien, Schutzgebiete und andere, lediglich staatsähnliche Gebilde.

Um festzulegen, welche Kriterien ein Verwaltungskonstrukt erfüllen muß, um als Rechtssubjekt, das heißt, als Träger von Rechten und Pflichten zu gelten, wurde die Definition für einen Staat geschaffen. Schließlich machte es ja kaum Sinn, mit staatsähnlichen Konstrukten Verhandlungen zu führen oder Verträge zu schließen, bei denen sich im Nachhinein herausstellte, daß sie völkerrechtlich ungültig sind, da eine der verhandelnden Seiten vielleicht gar nicht berechtigt war, in eigener Sache zu verhandeln und Verträge abzuschließen.

In jener Zeit wurde die "Drei-Elemente-Lehre" entwickelt, die bis heute die völkerrechtliche Grundlage für die Beurteilung bestehender Staatlichkeit bildet. Hierzu ist noch wichtig zu wissen, das durch die Konvention von Montevideo vom 26.12.1933 die Drei-Elemente-Lehre zum elementaren Bestandteil des Völkerrechtes geworden ist.


Nach der Drei-Elemente-Lehre müssen folgende drei Merkmale erfüllt sein, um die Existenz eines Staates feststellen zu können:

  •     Staatsgewalt
  •     Staatsvolk
  •     Staatsgebiet

(vgl. Jellinek, Allgemeine Staatslehre, 3. Aufl., 1900 sowie Konvention von Montevideo vom 26. Dezember1933).


Erklärung

Aus den völkerrechtlichen Regelungen ergibt es sich, daß, wenn nur ein einziges der genannten Kriterien nicht erfüllt ist, von einem Staat dementsprechend nicht gesprochen werden kann.